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Donnerstag, 5. Juli 2012

Ein Hauch von Landhausflair

Unser Terrassen-Lavendelbeet hat seinen letzten Schliff erhalten. Eigentlich wollte ich ja eine Einfassung für das Gemüsebeet machen. Da dies aber ein ziemlich großes Projekt ist, und ich daran nicht meine bisher nicht vorhandenen Zaunflechtkünste ausprobieren wollte, erschien mir dieses Beet als gutes Versuchsobjekt - nicht zu lang und mit nur zwei Seitenteilen. Und ich muss sagen, ich bin froh, dass ich es daran ausprobiert habe. Nun weiß ich wie dick die Äste sein sollten und wieviel Material ich pro laufenden Meter benötige.

Nach einer weiteren Rechecherunde im Internet habe ich mich übrigens doch nicht für Weide, sondern für Haselzweige entschieden. Die sollen angeblich nicht nur 2-3 Jahre halten, sondern langlebiger sein. Der Nachteil an Hasel ist nur, dass die Äste meist viel verzweigter und oft krumm sind, und häufig kann man die abgeschnittenen Seitentriebe dann nicht einmal verwenden, weil diese noch viel zu dünn sind. Zwei- oder dreijährige Äste mit einem Durchmesser von ca. 0,5-1cm sind ideal. Sie lassen sich leicht biegen und ergeben für diesen Zweck trotzdem ein stabiles Geflecht. Einjährige Triebe sind noch grün und nicht verholzt. Sie sind für die Verarbeitung zu weich.

Für die senkrechten "Pfosten" des Zaunes brauchte ich auch einige dickere Äste mit einem Durchmesser von ca. 1,5cm. Ich habe die Astabschnitte immer mit dem eigentlich oberen Ende in den Boden gesteckt. Da dann die dünnere Seite unten ist, lassen sie sich wie Keile im Boden versenken. Wenn die Pfosten (bei diesem kleinen Zaun) zur Hälfte im Boden stecken und mit der anderen Hälfte herausgucken, dann stehen sie schön stabil. Den Abschnitt, der im Boden verschwindet, habe ich zuvor entrindet, damit die Äste nicht Wurzeln schlagen und Austreiben.


Danach habe ich einfach an einem Ende angefangen, die übrigen Äste im Zickzack um die Pfosten zu weben. Wenn man eine Ecke in seinem Zaun (also mehrere Seitenteile) hat, so muss man über alle Seiten komplett erst eine Reihe durchweben, bevor man die nächste einflechten kann. Sonst wechseln sich die Äste an den Ecken nicht ab.

 Die ersten drei Reihen.

Wie doof kann man eigentlich sein? :-D



Zum Schluss werden die Äste an den Zaunende mit einer scharfen Astschere auf eine Länge gekürzt. Auch die Pfosten haben ich gegebenfalls entweder noch ein wenig weiter in die Erde geschoben oder gekürzt. Auch wenn das Zäunchen rustikal aussieht, zu viel Unordnung zerstört den Gesamteindruck, und der sollte ja schon in sich stimmig sein.


Auch die mittig im Zaun endenen Äste habe ich soweit gekürzt, dass sie nicht mehr hinausrutschen können, gleichzeitig aber auch nicht unnötig seitig abstehen. Damit es hübsch aussieht und sich gut in das Gesamtbild einfügt, habe ich hier die Enden schräg abgeschnitten.


Mit dem Ergebnis bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Nicht perfekt, aber war ja auch der erste Versuch. Und das nächste Mal räume ich zuerst den Gartenschlauch auf ;-)


Viel Spaß beim Nachbasteln,
Anne

Mittwoch, 4. Juli 2012

Bauerngarten im Miniformat

Seit längerer Zeit habe ich (Anne) mir Gedanken darüber gemacht, wie unser Gemüsebeet aussehen soll. Mein großer Traum wäre ja so ein 1a-Bauerngarten mit mindestens vier Hauptbeeten, vielleicht noch einem kleinen Rondellbeet in der Mitte und alles in kunstvoll geschnittene Buchshecken eingefasst. Leider haben wir dafür auf unserem 540qm großen Grundstück keinen Platz, wenn auch noch ein einigermaßen großer Spielrasen, ein Kräuter- und ein Rosen-/Staudenbeet untergebracht werden möchten. Und da wäre ja auch noch dieses "Problemchen" mit den Buchspflanzen. Zunächst nur in Süddeutschland verbreitet, hat der Pilz Cylindrocladium buxicola mittlerweile auch nördlichere Gefilde erreicht. Triebsterben bis hin zum Absterben kompletter Pflanzen und Pflanzungen ist die Folge.

Mein Entschluss steht also fest: Kein Buchs, so schick er auch aussieht. Erstens sind die Pflanzen nicht gerade billig, und zweitens muss es einem als Hobbygärtner wirklich das Herz zerreißen, wenn nach und nach die jahrelang gehätschelten und lieb gewonnenen Pflanzen innerhalb einer Saison plötzlich absterben. Also galt es Alternativen zu finden. 

Bei meiner Internetrecherche zum Thema Buchsersatz stieß ich mehrfach auf "Lonicera nitida", die Hecken- oder Böschungsmyrthe, oder auch Heckenkirsche genannt. Sicher hat sie jeder schon einmal gesehen, wenn auch vielleicht nicht bewusst. Sie wird sehr häufig in öffentlichen Grünanlagen z.B. auf Verkehrsinseln gepflanzt, verwahrlost dort meist aber zu mickrigen, besenartigen, niedrigen Büschen. Wird sie jedoch regelmäßig in Form geschnitten, ergiebt sich ein hübscher, dicht gewachsener, immergrüner Strauch (oder eine Hecke) mit kleinen, wachsartig glänzenden Blättern. Die Betonung liegt allerdings auf "regelmäßig", und das ist auch der eigentliche Hacken. Die ansonsten nämlich viel anspruchlosere, pflegeleichte und sehr winterfeste Heckenkirsche muss im Verhältnis zu langsam wachsenden, aber eben viel empfindlicheren Buchssorten viel öfter geschnitten werden: mindestens 5 bis 6 Mal in der Saison. Allerdings kann man dies auch durchaus für sich zum Vorteil nutzen. Mit den frisch abgeschnittenen Ästchen lassen sich sehr leicht neue Stecklingspflanzen ziehen. Auf diese Weise hat man innerhalb kürzester Zeit überall Beetumrandungen zum Nulltarif. Die gilt es dann aber ebenfalls zu pflegen ;-)

Durch einen meiner Lieblingsgartenblogs ("Ein Schweizer Garten"), bin ich auf Alternative Nr. 2 gestoßen: niedrige, geflochtene Weidenzäune (aus Totholz). Im "Schweizer Garten" wachsen mehrere Weiden (unter anderem auch ein Pavillon - ein Traum!), die über Stecklinge "gepflanzt" wurden. Auf diese Weise gibt es immer wieder Nachschub für neues Flechtwerk in unterschiedlichster Form. Die Frage ist nur: will ich eine lebende Weide im Garten haben? Diese Büsche bzw. Bäume (je nach Sorte) werden allesamt wirklich riesig. Die meisten treiben zusätzlich auch noch Ausläufer und die Wurzeln reichen sehr tief in den Boden. Also einmal Weide, immer Weide!? Zwar bräuchten wir noch für die hintere Grundstücksgrenze einen Sichtschutz, aber was, wenn man die Pflanze irgendwann nicht mehr zähmen kann? Ich muss zugeben, die Versuchung ist groß und die Vorstellung immer genügend "Bastelmaterial" im eigenen Garten zu haben sehr verlockend. Trotzdem bin ich noch skeptisch. 

Ich habe einen vorläufigen Entschluss gefasst. Ich werde zunächst einmal ein paar Weidenzweige organisieren und sehen, wie ich mit dem Anfertigen eines Zäunchens zurechtkomme. Sollte danach die "Weidenflechtsucht" bei mir ausbrechen, kann ich mir das ja immer noch überlegen. So ein lebender Pavillon im Garten z.B. wäre ja schon auch irgendwie toll.... :-)


Aber mal weg von Weiden, Heckenkirsche und Buchs... Eigentlich war ich auf diese Randthemen - im wahrsten Sinne des Wortes ;-) - ja nur durch die Gemüsegartenplanung gekommen. Und wie ihr vielleicht schon im letzten Post bemerkt habt, hat sich auch in dieser Hinsicht etwas getan. Ich bekomme meinen "Bauerngarten", wenn auch im sehr kompakten Miniformat. Ein Wegekreuz aus Backsteinklinkern (Reste von unserem Verblendermauerwerk am Haus) liegt bereits. Hier ein paar Bilder von den "Bauarbeiten":


Auch, wenn der Weg vielleicht nicht für die Ewigkeit gebaut ist, besser als eine Schicht Rindenmulch ist er allemal, besonders bei Regenwetter.

Vier Bruchsteine konnten wir auch gleich noch im "Mini-Rondell" verwerten. Mit denen hätte man sonst sowieso nichts mehr anfangen können.

Fertig! Oder etwa doch noch nicht?

Eigentlich sollte es nur bei diesem einen Hauptweg bleiben, und die Seitenwege nur gemulcht werden...

... aber wenn man sowieso schon mal dabei ist, dann kann man es ja auch gleich richtig machen. ;-)

Ist er nicht niedlich? :-) Nun fehlt nur noch das Grünzeug. Ich kann es vor meinem inneren Auge schon förmlich wachsen sehen. Da ich aber bisher in Sachen Gemüseanbau noch wenig bis keine Erfahrung habe, musste für eine gute Beetplanung erst einmal Basis-Literatur her. Ein, wie ich finde, sehr übersichtliches, anschauliches und gut geschriebenes Buch zu einem günstigen Preis ist "Der Biogarten für Einsteiger - Basiswissen und Praxis" von Marie-Luise Kreuter (blv-Verlag). Auf knapp 130 Seiten findet man hier alles über Mischkultur, Pflanzenschutz und -nahrung - natürlich alles natürlich - und viele weitere Tipps, die weit über meinen geplanten Gemüsegarten hinausgehen und auch für den Rest des Gartens sehr nützlich sind. Besonders toll finde ich die gut überschaubaren Tabellen über günstige und ungünstige Mischkulturen im Gemüsebeet und die ausführlichen, aber nicht ausschweifenden Erläuterungen dazu. 

Dieses Jahr bin ich allerdings noch geneigt erst einmal nur Gründünger zu sähen. Zwar wäre es für einige Saaten noch nicht zu spät sie jetzt auszubringen und Ende des Jahres sogar noch das ein oder andere zu ernten, aber der ideale Zeitpunkt ist es nicht gerade mehr, und eine gute Bodenvorbereitung kann schließlich nicht schaden.
Unser Boden ist (der Artenvielfalt an Unkraut nach zu urteilen) eigentlich sehr fruchtbar und hat einen prima pH-Wert, aber er ist ziemlich sandig und speichert Wasser nur sehr schlecht. Neben Steinmehl wäre hier frischer Humus toll. Mit letzterem kann ich aber leider noch nicht dienen, weil der Kompost ja gerade mal seit ein paar Monate steht. Eine Zwischensaat wäre hier ideal. Man sät einfach Pflanzen aus, die Stickstoff binden, und gräbt diese dann unter. Hohe Pflanzen werden zunächst abgemäht, kleingeschnitten und dann untergegraben, oder die Bodenoberfläche mit ihnen gemulcht. Die verrottenden Pflanzenteile werden in der Erde zu Humus abgebaut. Der Vorteil liegt aber nicht nur im Düngeeffekt, sondern auch im natürlicher Schutz gegen wild wucherndes Unkraut. Wo die Zwischensaat den Boden mit ihren Blättern überdeckt, ist kein Licht für andere Pflanzen. Auf diese Weise könnten wir es vielleicht sogar schaffen, diese verflixten Quecken auszuhungern.


Soviel für heute erst einmal zum Gemüsegarten. In Sachen Kräutergarten hatte mein Mann bereits eine prima Idee. Dazu aber ein anderes Mal mehr :-)
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