Nach einer weiteren Rechecherunde im Internet habe ich mich übrigens doch nicht für Weide, sondern für Haselzweige entschieden. Die sollen angeblich nicht nur 2-3 Jahre halten, sondern langlebiger sein. Der Nachteil an Hasel ist nur, dass die Äste meist viel verzweigter und oft krumm sind, und häufig kann man die abgeschnittenen Seitentriebe dann nicht einmal verwenden, weil diese noch viel zu dünn sind. Zwei- oder dreijährige Äste mit einem Durchmesser von ca. 0,5-1cm sind ideal. Sie lassen sich leicht biegen und ergeben für diesen Zweck trotzdem ein stabiles Geflecht. Einjährige Triebe sind noch grün und nicht verholzt. Sie sind für die Verarbeitung zu weich.
Für die senkrechten "Pfosten" des Zaunes brauchte ich auch einige dickere Äste mit einem Durchmesser von ca. 1,5cm. Ich habe die Astabschnitte immer mit dem eigentlich oberen Ende in den Boden gesteckt. Da dann die dünnere Seite unten ist, lassen sie sich wie Keile im Boden versenken. Wenn die Pfosten (bei diesem kleinen Zaun) zur Hälfte im Boden stecken und mit der anderen Hälfte herausgucken, dann stehen sie schön stabil. Den Abschnitt, der im Boden verschwindet, habe ich zuvor entrindet, damit die Äste nicht Wurzeln schlagen und Austreiben.
Danach habe ich einfach an einem Ende angefangen, die übrigen Äste im Zickzack um die Pfosten zu weben. Wenn man eine Ecke in seinem Zaun (also mehrere Seitenteile) hat, so muss man über alle Seiten komplett erst eine Reihe durchweben, bevor man die nächste einflechten kann. Sonst wechseln sich die Äste an den Ecken nicht ab.
Die ersten drei Reihen.
Wie doof kann man eigentlich sein? :-D
Zum Schluss werden die Äste an den Zaunende mit einer scharfen Astschere auf eine Länge gekürzt. Auch die Pfosten haben ich gegebenfalls entweder noch ein wenig weiter in die Erde geschoben oder gekürzt. Auch wenn das Zäunchen rustikal aussieht, zu viel Unordnung zerstört den Gesamteindruck, und der sollte ja schon in sich stimmig sein.
Auch die mittig im Zaun endenen Äste habe ich soweit gekürzt, dass sie nicht mehr hinausrutschen können, gleichzeitig aber auch nicht unnötig seitig abstehen. Damit es hübsch aussieht und sich gut in das Gesamtbild einfügt, habe ich hier die Enden schräg abgeschnitten.
Mit dem Ergebnis bin ich im Großen und Ganzen zufrieden. Nicht perfekt, aber war ja auch der erste Versuch. Und das nächste Mal räume ich zuerst den Gartenschlauch auf ;-)
Viel Spaß beim Nachbasteln,
Anne