Mittwoch, 6. November 2013

Dünenbeet

Nachdem wir bereits vor einigen Wochen kräftig im Vorgarten gebuddelt hatten, habe ich mir nun noch einmal die Südseite unseres Grundstücks vorgeknöpft. An der südlichen Hauswand entlang des Traufstreifens wollte bei uns einfach nichts wachsen, weil hier der Boden fast ausschließlich aus Bausand besteht und zusätzlich auf Grund des Dachüberstandes kaum Regenwasser auf dem Boden landet. Doch noch einmal den kompletten Boden austauschen, darauf hatte ich überhaupt keine Lust mehr. Und so kam ich darauf, aus der Not eine Tugend und den Sand zum Thema zu machen: Ein Dünenbeet sollte hier entstehen - mit Pflanzen, die nährstoffarmen, trockenen Boden und Sonne lieben. Also sammelte ich erst einmal ein paar Ideen im Internet. Auf jeden Fall sollte eine Mulchschicht aus Steinen oder Schotter her, damit es pflegeleichter wird und nicht zum Katzenklo verkommt.


Das Staudenbeet mit neuer Erweiterung.
Der Sommerflieder (von Sturm "Christian" entwurzelt)
im ebenfalls neu erweiterten Beet
Auch Storchschnabel 'Rozanne'
wurde vom Sturm ganz schön mitgenommen und zerzaust.
Anschließend begann ich, den Umriss festzulegen und mit dem Spaten vorzustechen. Dann kam der lästige Teil der Arbeit: Rasen abstechen und mit der Schubkarre zum "Bauern" bringen. Den Rest Mutterboden, der ab und an auf der Sandschicht lag, lagerte ich gleich in die "Fortsetzung" des Beetes an der Westseite unseres Hauses um. Neben dem Eingangsbereich sollte nämlich noch ein weiteres Rosenbeet enstehen, für dass ich dann doch noch einmal einen Bodenausstausch auf mich nahm. Allerdings konnte ich den hier ausgegrabenen Sand auch gleich wieder für mein Dünenbeet recyceln. Wieder einmal Terraforming deluxe! :-D

Baden in der Schubkarre
Wo soll was hin?
Die ersten Pflanzen sind eingebuddelt.
Das ging aber alles nicht so einfach, wie es sich hier vielleicht liest. Denn wenn man noch ein knapp einjähriges Kind den Tag über zu betreuen hat, kommt man nicht gerade schnell voran, was ganz schön unbefriedigend ist. Zeitweise lag die "Baustelle" dann sogar für einige Wochen brach, weil ich einfach keine Energie mehr hatte. Am letzten Wochenende bekam ich dann aber endlich die ersehnte Unterstützung: Steffens ältester Neffe Kevin mit seiner Freundin und Steffens Nichte besuchten uns. Kevin packte kräftig beim Bodenaustausch mit an, während die zwei Mädels fleißig die Unmengen Laub und Eicheln im Garten zusammenharkten und auflasen. Sonntag war der Garten dann um Laub und Eicheln ärmer und 4(!) neue Beetabschnitte reicher. Ich beschloss nämlich kurzerhand, das große Staudenbeet auch noch zu erweitern und das Beet mit dem Schmetterlingsflieder an der Südseite um die nächste Hausecke zu ziehen. Ich bin nämlich schon wieder um zwei adoptierte Rosen reicher. Habe sie dieses Mal auf dem Müll gefunden. Unglaublich! Wer schmeißt sowas einfach weg? Außerdem räumten wir unser Gartenhaus einmal komplett aus, fegten gründlich durch und räumten es schließlich schön ordentlich wieder ein. Dass wir in so kurzer so viel schaffen, hätte ich nicht für möglich gehalten.

Ein riesengroßes Dankeschön 
an meine fleißigen Helfer Carina, Michelle und Kevin!

Kleine Buchs-Hecke mit Harlekinweide
Die Rosen aus dem "Eckbeet" habe ein neues Zuhause.
Nachdem die Beete soweit vorbereitet waren, konnte ich zum angenehmen Teil übergehen: Pflanzenshopping! :-)
Schon seit einiger Zeit wollte ich mal bei der Staudengärtnerei Gaissmayer bestellen, da mir die große Auswahl so gut gefiel und ich auch in Foren viel Gutes über die Qualität der Pflanzen gelesen hatte. Wie es der Zufall wollte, hatte diese Gärtnerei sogar eine komplette Rubrik mit Strand- und Dünenpflanzen auf ihrer Website zusammengestellt, aus der ich erst nach Herzenslust alles auf meinen Merkzettel setzte, was mir gefiel. Nach reiflicher Überlegung, Planung, mehrmaliger Verwerfung der Pläne und anschließend erneutem Durchdenken konnte ich am Dienstag endlich meine Bestellung aufgeben. Ich hatte mich auf wenige Sorten und dafür mehr Exemplare einer Sorte beschränkt, damit das doch relativ schmale Beet nicht so überladen und unruhig wirkt. Hier meine Bestellliste für das Dünenbeet:

1X Crambe maritima - Küsten-Meerkohl, Strandkohl
2X Ammophila breviligulata - Blauer Strandhafer, Amerikanisches Dünengras
20X Koeleria glauca - Blaues Schillergras
3X Stipa capillata - Büschel-Federgras
3X Armeria maritima 'Schöne von Fellbach' - rosa Grasnelke
50 Zwiebeln Allium sphaerocephalon - Kugel-Lauch

Außerdem hatte ich bei einem Supermarkt vor einigen Wochen schon 5 große Containerpflanzen rote Grasnelken (auf jeweils 99 Cent reduziert) gekauft und bei unserer letzten Baumschulbestellung 3X Jasione laevis 'Blaulicht' (Ausdauerndes Sandglöckchen) erstanden.

Auch neu im Garten:
Alchemilla erythropoda - Kleiner Frauenmantel
Ein weiterer Neuankömmling:
Pflaumen-Fetthenne Sedum cauticola 'Robustum'
Supermarkt-Schnäppchen und Dauerblüher: Grasnelken
Samstag schleppte der Postbote ein schweres Bündel von zwei mittelgroßen Paketen unsere Auffahrt hoch. Fast wie Weihnachten! :-)
Ich machte mich den Tag gleich noch ans Auspacken und Einpflanzen. Die Verpackung der Lieferung war wirklich ausgezeichnet und bei der Qualität konnte man auch nicht meckern. Wie sich die Pflanzen nun etablieren, wird sich im kommenden Frühjahr zeigen.

Wenn nun noch eine Mulchschicht aus Kieselsteinen darauf kommt - dieselben wie im Traufstreifen und bereits bestellt - die Pflanzen im Frühjahr ausgetrieben haben, in den kommenden Jahren richtig eingewachsen sind und die Strandliege und der Caipi auf der kleinen Südterrasse bereitstehen, könnte das glatt einen Hauch von Strandfeeling verbreiten. ;-)

Noch etwas kahl, aber fertig bepflanzt: unser neues Dünenbeet

Liebe Grüße,


Kommentare:

Steinigergarten hat gesagt…

Eine tolle Idee, ich habe noch nie von einem Dünenbeet gehört. Es ist immer am besten, die Pflanzen nach dem Standort auszuwählen, das ist meistens erfolgreich.
LG Sigrun

Anne Pelz hat gesagt…

Liebe Sigrun, herzlichen Dank für deinen Kommentar. Ja, genau das ist auch meine Devise. Auch wenn Steinbeete und Gravel Gardens ja zur Zeit hoch modern sind, bei uns war es einfach aus der Not geboren. Ich finde es furchtbar, wenn Hobbygärtner mit aller Macht versuchen, das Rad... pardon... den Garten neu zu erfinden, nur weil gerade irgendeine Beetform in Mode ist, und "man das jetzt haben muss". Das ist doch gerade das Spannende am Gärtnern: dass die Natur sich eben nur bedingt reinreden lässt. ;-)
LG zurück, Anne

Iris hat gesagt…

Hallo Anne,

das liest sich echt interessant. Mit Dünenpflanzungen hab ich noch überhaupt keine Erfahrung und kann mich auch nicht erinnern, sowas schon mal irgendwo gesehen zu haben. Bin gespannt, wie das aussieht, wenn es eingewachsen ist.

Herzliche Grüße und einen schönen Advent Euch,
Iris

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