Zuerst mal: Viel positives. Auf den Tag genau zum vom Bauzeitenplan geplanten Fertigstellungstermin konnten wir einziehen. Und so wachten wir auch am 9.12. in unserem eigenen Bett im eigenen Schlafzimmer im eigenen Haus auf. Ein erhebendes Gefühl!
Am Abend des Einzugs aufgebaut - ein tolles Gefühl! |
Nicht ganz so erhebend war es, die Umzugskisten auszupacken. Bei unserem Umzug nach Hamburg hatten wir bereits gute Erfahrungen mit der gleichen Spedition gemacht, daher entschieden wir uns auch gegen einen vergleichsweise geringfügigen Aufpreis dafür, den gesamten Haushalt einpacken zu lassen, was den Vorteil der Versicherung hat - alles, was kaputt ist, ersetzt die Spedition.
Ein vermeintlicher Nebenaspekt - nicht offensichtliche Schäden müssen binnen 14 Tagen nach dem Umzug gemeldet werden - ist jedoch der für uns maßgeblichere gewesen. Warum?Nunja, innerhalb 14 Tagen müssen alle Kisten leer sein, um zu schauen, ob was kaputt gegangen ist. Das ist ein ziemlich guter Druck im Hinterkopf, was mich denn auch befähigte, mit zeitweiser Unterstützung meiner Schwiegereltern tatsächlich binnen 10 Tagen die Kisten leer zu haben!
Das Maybach-Modell war ohne Packpapier in der Kiste - dafür aber Streichholzschachteln in 3 Lagen... |
Es gab natürlich einige kleinere Schäden beim Transportgut, aber nichts dramatisches - und mittlerweile sind auch alle Schäden durch die Spedition beglichen worden. Der einzig noch umzusetzende Punkt sind Schäden anderer Art - nämlich am frisch fertiggestellten Treppenhaus.
Hierfür mag aufgrund der Kosten zur Behebung - das ganze Treppenhaus bedarf eines Spachtelns und Neustreichens - natürlich die Versicherung des Spediteur mit eingebunden werden. Aber auch hier: Der mittlerweile genehmigte Kostenvoranschlag wird umgesetzt - in 5 Tagen kommt der Maler.
Zurück zum Einzug und den darauf folgenden Tagen!
Eine Woche nach dem Einzug - alle anderen Kisten waren soweit leer - fehlte nur noch der größte Teil: Das gesamte Geschirr für die Küche.
Und auch hier: Wie zugesagt kamen die Profis morgens um 7 und bauten an 2 Tagen unsere Küche auf - Annes Wunschkonzert von Nolte. Auch unsere eigenen Elektrogeräte bauten sie direkt mit ein.
Die Spülmaschine hat bereits ihren Platz - und die Arbeitsplatte läuft bis ins Fenster. |
Da wir beide jenseits der 1,80m an lichter Höhe messen, hatten wir uns im Vorweg überlegt, die Installationen im Haus samt und sonders 5-8cm über "Normalmaß" zu setzen. Heißt: Waschbecken, Kloschüsseln, Arbeitsfläche in der Küche: Alles ist ein wenig höher. Nur bei der Planung der Schalter und Steckdosen haben wir das vergessen.
An und für sich nicht weiter dramatisch: Wir kommen kommen ja nach wie vor an alle Schalter. Aber in der Küche ernteten wir die Früchte unserer unvollständigen Planung:
Arbeitsfläche zu hoch oder Schalter zu niedrig? |
Am 15.12. stand die Küche fertig im Haus - die eigentliche planerische Keimzelle des Hauses (wir haben erst die Küche geplant, um dann das Haus rundherum zu entwerfen). Das passte von der Zeit her wunderbar - denn nur einen Tag später hatte Anne Geburtstag. Bis sie abends zuhause war, war auch die Küche komplett eingeräumt.
Aufgebaut und eingeräumt - das Herz des Hauses |
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Pottkieker Ina verfolgt die Künste des Chefs des Hauses. Denn hier kocht der Mann (zumindest die Königsberger... )! |
Kunst am Bau - mal anders. Und essbar. :) |
Zwischendurch war auch unser Architekt nochmal zu Besuch, um die abschließende Luftdichtheitsprüfung abzunehmen. Der magische Gernzwert für KfW55-Häuser lautet: 1,5. Das heißt, bei einem Unterdruck von 50 Pascal darf maximal das 1,5-fache des Hausvolumens in einer Stunde nachströmen.
Auf unseren Zertifikat ist ein Wert von 0,8. Und das, obwohl wir noch eine undichte Stelle im Dachgeschoss hatten, an der unser Sanitärgewerk eine Rohrführung auf den Dachboden (zum Wärmetauscher) nicht abgedichtet hatten. Das ist inzwischen behoben. Insgesamt ist also die Qualität der geleisteten Arbeit sehr zufriedenstellend.
Am 22.12. kamen schließlich die letzten Handwerksbesucher für das Jahr 2011. Schließlich sind bodentiefe Fenster im OG zwar toll, aber auch nicht ganz ungefährlich - dafür gab's noch ein paar Brüstungen.
Der Zweck ist ziemlich klar: Abstürze vermeiden. Und weil während der gesamten Bauphase alles so wundervoll lief, kam, was kommen musste: Beim Anbau der Brüstungen stürzte einer der beiden Monteure von der Leiter und kugelte sich den Arm aus. Ich rief sofort einen Krankenwagen (zumindest weiß ich jetzt, wie lang sie brauchen - 14min. für "nicht lebensbedrohliche Fälle") und hatte damit am letzten Tag der Montagearbeiten am Haus doch noch einen Grund, der Berufsgenossenschaft etwas in ihren Erhebungsbogen zu schreiben.
Soweit zum Hausbau. Was nun folgte, waren ein paar schöne Feiertage im Kreise der Familie, in denen wir gleich mal testen konnten, wie es sich mit 12 Personen so im Essbereich diniert. Test bestanden! :)
Ach und einen Test gab's noch: Der Kamin durfte probelaufen. Pünktlich an Weihnachten war damit auch der gemütliche Teil am eigenen Haus abgedeckt.
Die ersten Scheite spenden Wärme |
Und wir waren seitdem nicht mehr in Bergedorf, unserem "alten Hamburger Zuhause".
Inzwischen hat auch jeder Raum seine Lampe an der Decke. Der Bescheid für die Grundsteuer ist da, so dass wir jetzt die Nebenkosten unseres trauten Heims in Gänze kennen. Und die Rechnung geht auf: Die Vergütung für den Solarstrom deckt alle Nebenkosten: Strom (noch haben wir keine Speicherlösung, aber daran arbeiten wir... ;) ), Wasser, Abwasser, Müll, Grundsteuer.
Das Haus trägt sich selbst.
Das ist ziemlich genau das, was wir uns erhofft hatten. Und als wäre das nicht genug, sind auch unsere Nachbarn Goldstücke, jeder für sich - lauter verschiedene Charaktere mit einer Gemeinsamkeit: Wir kommen alle prima miteinander aus. Und wenn sich die Damen der Nachbarschaft in einem Haus versammeln, um gemeinsam den Abend zu verbringen, treffen sich die Herren der Gattung in einem anderen -
zum Skat.
Zwischenzeitlich hatten auch unsere direkten nördlichen Nachbarn ihr Richtfest und nach einiger Verzögerung durch den Frost geht's auch dort munter weiter - aktuell wird verklinkert. Für uns ist das ein wenig so wie zu junge Nostalgie - "damals, als wir grad beim Klinkern waren..." - dabei ist es gerade ein paar Monate her.
Wir stecken gerade in den Planungen für die Auffahrt, das Carport (obwohl wir es Bikeport nennen könnten, denn noch erwehren wir uns erfolgreich der Notwendigkeit, ein Auto zu fahren), die Wege ums und ins Haus sowie die Terrasse. Aber dazu mehr, wenn es demnächst wieder losgeht - dieses mal in den Außenanlagen.
Wir halten euch auf dem Laufenden! :)