Dienstag, 23. April 2013

Frühlingserwachen.

Der heutige Eintrag ist wirklich mehr als überfällig. Dabei hatte ich ihn eigentlich schon komplett geschrieben. Dank eines Bugs bei Blogger wurde er aber nicht wie angezeigt gespeichert. Ergebnis: Alles futsch, alles noch mal schreiben. Merke: Erst irgendwo offline schreiben, dann posten! Grrr...

Nachdem sich nun endlich der laaange, lange Winter verzogen hat, gibt es wieder Neuigkeiten aus unserem Garten. Wir waren nämlich nicht untätig. Wir hatten in letzter Zeit nur so viel zu tun, dass wir nicht einmal mehr dazu kamen, darüber zu schreiben. ;-) Außerdem wurde unsere Tochter Emilia am 14.04. getauft. Eine kleine, aber feine Familienfeier im engsten Familienkreis: Täufling, Mama und Papa und jeweils beide Omas und Opas.



Doch zurück zum Garten... Wir haben in den letzten Wochen:
  • die Beete und die östliche Böschung von Unmengen Eichenlaub befreit. (Schweißtreibende Arbeit!)
  • die (öfterblühenden) Rosen geschnitten.
  • einige neue Stauden gepflanzt bzw. alte geteilt und umgesetzt.
  • fünf Gartenjasmine, eine Sternmagnolie und einen Schwarzen Holunder gepflanzt.
  • das erste Mal in diesem Jahr den Rasen gemäht und...
  • an einigen kahlen bzw. braunen Stellen den Rasen vertikutiert und mit Rasensaat ausgebessert.
  • eine Hängerladung Mutterboden Schubkarre für Schubkarre vom Vorgarten in den hinteren, östlichen Teil des Gartens geschafft (- noch schweißtreibender! -) und dort...
  • mit jeweils 25kg schweren Beton-Böschungsringen den Hang befestigt (Am schweißtreibendsten) und anschließend...
  • eine Hainbuchen-Feldahorn-Mischhecke gepflanzt.
  • den Muskelkater auskuriert. ;-)

An dieser Stelle ein gaaanz dickes Dankeschön an meine Eltern, ohne die diese Mammut-Gartenaktion nicht möglich gewesen wäre. Das "Terraforming" ist damit bei uns nun übrigens abgeschlossen und der (nutzbare) Garten ein ganzes Stück größer geworden. Irgendwann werde ich dort hinten vielleicht noch eine kleine Sitzecke einrichten, aber dafür muss die Hecke noch etwas wachsen.

Nun aber natürlich noch ein paar Fotos von der Aktion:

 "Der Berg": Sieht hier wenig aus, war es aber nicht ;-)

 Die ersten 20 Schubkarren... danach hab ich aufgehört zu zählen.

Die ersten Heckenpflanzen sind gesetzt und angegossen.

 Die Böschungsringe werden geliefert. (15.04.2013)

Die erste Reihe. (15.04.2013)

 Die zweite Reihe. (16.04.2013)

Die noch nicht ganz fertig angeschüttete Böschung. (17.04.2013)



 Fertig! :-) (19.04.2013)

Anschließend habe ich noch ein paar Klinker vor den Durchgang zum Kompost gesetzt (wie bei uns im Gemüsebeet), die Erde ordentlich planiert und geharkt und Rasen gesät. Fehlt nur noch Immergrün, um alles etwas zuwachsen zu lassen. Wir haben uns da bereits für "Vinca major" entschieden und werden es zeitnah bestellen und in die Steine pflanzen, bevor die Quecken wieder die Oberhand gewinnen können.

Zum Schluss noch einige Fotos aus unserem Frühlingsgarten. Die Fotos sind allerdings schon eine gute Woche alt, und die Pflanzen haben sich mittlerweile noch ein ganzes Stück weiterentwickelt.

 Ein Traum in gelb.

 Rhabarber - sponsered by Schwiegereltern :-)

Entwickelt haben sie sich prächtig. 
Nun muss nur noch die Farbe stimmen ;-)

Unscheinbare Blüten, aber tolle Blätter: 
mein "all time favorite" Frauenmantel.


Nachtrag: Fotos vom 24.04.2013

Forsythie und Narzissen geben alles!
Ich liebe diesen Anblick vom Wohnzimmerfenster aus.
Sooo schön! ❀

Hornveilchen-Ei: Frauentagsgeschenk meiner Schwiegermama
Zwergrose: "Einfach-so-Geschenk meines Mannes.
♥♥♥

 Das Heide(lbeer)beet.

 Das Kräuterbeet.



Liebe Grüße,



Freitag, 15. März 2013

GBBD März 2013 & Gemüsebabies.

Zum Bloomday habe ich diesen Monat leider nicht viel beizutragen, da uns der Winter noch einmal so richtig überrascht hat. Ein Foto habe ich aber für euch, und ich denke, das spricht Bände ;-)


Doch auch wenn nicht viel blüht, es sprießt hier trotzdem schon ordentlich. Bisher hatte ich ja noch gar nichts über meine Aussaaterfolge bzw. -misserfolge berichtet. Das möchte ich hiermit nachholen. Mittwoch vor 2 Wochen, als der Frühling sich hier schon so richtig blicken ließ, habe ich meine Anzuchttöpfchen für drinnen bzw. für das Mini-Gewächshaus draußen mit Aussaaterde bestückt und Kohlrabi, Rote Beete, Poree und Zucchini gesät. Möhren, Pastinaken und Radieschen kamen bereits direkt in den Gemüsegarten. Letztere und der Poree draußen im Mini-Gewächshaus sind nun natürlich durch den plötzlichen Winter(wieder)einbruch ausgebremst worden. Doch drinnen am großen Südfenster im Wohnzimmer zeichnen sich schon die ersten Erfolge ab. Und das, obwohl ich beim Platzieren der Schalen beinahe fast alles ruiniert hätte, bevor es überhaupt richtig los ging. Ich hatte nämlich, Tollpatsch wie ich manchmal bin, einen der Untersetzer ca. 50cm über dem Boden fallen lassen. Dabei waren die gerade richtig schön angefeuchteten und durchweichten Eierkartons, die ich zur Anzucht verwende, natürlich mit der oberen Seite nach unten gelandet, und die Erde samt Saat hatte sich in einem großen Platsch auf den Fliesen und dem Fensterrahmen verteilt. Herrliche Sauerei, kann ich euch sagen. Erst wollte ich das Ganze schon wegschmeißen. Dann kehrte ich einfach alles zusammen und kleisterte den Matsch wieder in die Eierkartons. Nun ist zwar die schöne Ordnung dahin, aber meine Mini-Kohlrabi wachsen trotzdem. Die Rote Beete wachsen dafür aber schön in Reihe und Glied. Heute ist auch der erste Zucchini-Samen aufgegangen. Ich habe mehrere Samen in jeweils ein Töpfchen gestreut (außer bei der Zucchini), und werde dann nur die stärksten Pflänzchen wachsen lassen und schließlich ins Gemüsebeet auspflanzen, wenn die Zeit dafür gekommen ist.


Kohlrabi - 13.03.2013
Kohlrabi -14.03.2013
Kohlrabi - 15.03.2013
Kohlrabi - 15.03.2013

Rote Beete - 13.03.2013
Rote Beete - 14.03.2013
Rote Beete & Zucchini - 15.03.2013

Zucchini - 15.03.2013

Man könnte ja meinen, dass man gartentechnisch zur Zeit noch nicht viel machen kann und sich alles auf das Haus beschränkt, wie eben z.B. die Anzucht von Gemüsepflänzchen. Dachte ich auch, doch weit gefehlt. Herausgefunden habe ich das nur, weil mein Schnäppchenjagdtrieb mal wieder gesiegt hat. Gestern gab es nämlich bei Lidl neben Stiefmütterchen, Hornveilchen & Co. auch diverse Blumenzwiebeln und Stauden im Angebot. Natürlich ist das jetzt nicht gerade der ideale Zeitpunkt, was man besonders daran sah, dass mittags, als ich im Supermarkt eintraf, praktisch noch das vollständige Warenangebot zu haben war. Ich überlegte erst hin und her, ob ich nun wirklich etwas kaufen sollte. Was, wenn der Boden noch so sehr gefroren war, dass sich einfach nichts pflanzen ließ? Doch da die Sonne bereits beim Vormittagsspaziergang so warm schien, dass der Schnee wegschmolz wie nichts, und ich danach das Gefühl hatte, mir einen leichten Sonnenbrand geholt zu haben, überkam mich irgendwie ein Anflug von Frühlingsgefühlen und ich kaufte gleich 15 Stauden :-) Bei 99 Cent muss man doch einfach zugreifen, oder? Selbst, wenn nur die Hälfte davon wachsen sollte, einen Versuch war's wert ;-D Nach meinem Shoppingrausch lagen also jeweils drei Mal Storchschnabel, Frauenmantel, Maiglöckchen, Schleierkraut und violette Herbstastern im Einaufskorb. Dann stieg die Spannung. Ich befreite zunächst das Beet im Vorgarten an den entsprechenden Stellen, wo ich vor hatte etwas zu pflanzen, ein wenig vom Schnee und wartete noch ein Stündchen, bis die Märzsonne ihren Teil der Arbeit geleistet hatte. Dann ging ich aber zunächst noch einmal in den Gemüsegarten und versuchte dort mein Glück, denn ich hatte bereits vor einer Woche von meinen Schwiegereltern eine Rhabarberstaude bekommen, die im Gartenhäuschen auf ihren eigentlichen Bestimmungsort wartete. Und was soll ich sagen, in Nullkommanichts war ein Loch gegraben und der Rhabarber gepflanzt.




Rhabarber: hinten links, der braune Fleck im Schnee ;-)

Mit dem Schleierkraut ging es weiter. Da das Heckenrosenbeet jedoch nicht den ganzen Tag volle Sonne abbekommt, war hier die Oberfläche noch deutlich gefroren, aber ein wirkliches Problem stellte die Buddelei auch nicht dar. Schließlich machte ich mich auch noch im Vorgarten ans Werk. Nun sind alle Stauden eingegraben. Wenn es wieder taut, werde ich sie noch einmal kräftig wässern. Das habe ich gestern noch nicht gemacht, weil sonst alles heute Nacht zu einem Stein gefroren wäre.
Ich bin sooo gespannt, wie sich die Pflänzchen machen werden. Das ist ja immer das Spannende an Schnäppchenkäufen, man kann Pech haben, man kann aber auch im richtigen Moment zugegriffen und einen echten Erfolg gelandet haben.


Und weil's so schön war und ich gerade eher den Winter "umarme", als ihn zu verfluchen (das Wetter lässt sich ja eh nicht ändern), zum Schluss noch einmal ein paar Fotos vom Neuschnee-Winterspaziergang am Dienstag im NSG.




Viele liebe Grüße, 
Eure Anne

Dienstag, 12. März 2013

Und plötzlich ist es wieder Winter.

Dabei war der Frühling doch schon zum Greifen nah. Man roch ihn sogar schon. Wirklich überrascht bin ich aber trotzdem nicht. Dass es im März noch einmal winterlich werden kann, ist ja nichts Ungewöhnliches. Nicht ganz so normal für diese Region ist allerdings der viele Schnee, der noch mal innerhalb kurzer Zeit gefallen ist. Und so sah es heute morgen bei uns im Garten und im Naturschutzgebiet hinter unserer Siedlung aus. Es das nicht ein Traum?

Eiszapfenparade an unserem Gartenhaus

Lavendel und Rosen im Schnee
 



Poreeanzucht im Mini-Gewächshaus :-)

Wachstumspause


Wintertraum hinterm Haus





Die Sonne hat den Tag über aber ganze Arbeit geleistet. Ein Teil des Gemüsebeetes ist sogar schon wieder komplett schneefrei. Winterlich ist es aber trotzdem noch. Heute Nacht sollen bei uns -10°C werden. Echt blöd, dass ich da letzte Woche bereits die Tannenzweige rund um die Rosen und den Lavendel weggenommen und schon sämtliche Beete vom Eichenlaub befreit habe. Wäre doch wenigstens der Schnee heute komplett liegen geblieben und nicht schon wieder zur Hälfte weggeschmolzen. Ich hoffe sehr, dass die Schäden gering bleiben. Werde euch dann zu entsprechender Zeit berichten, was vom Garten übrig geblieben ist. ;-)

Liebe Grüße,
Eure Anne




Montag, 25. Februar 2013

Mischkultur

Nach einer langen Winter- und Babypause melde ich mich zurück von der Gärtnerfront. Zwar hat der Winter unseren Garten noch ziemlich fest in seiner eisigen Hand, aber wenn tagsüber die Sonne scheint und der Raureif schmilzt, kann man schon fast daran glauben, dass der Frühling nicht mehr weit ist. Hier und da blitzen in den Beeten auch schon die ersten Blätter der Frühjahrsblüher aus dem Boden hervor. Zwischenzeitlich hatten wir nämlich schon frühlingshafte Temperaturen von über 10 Grad.

 Tulpen...

 ... Narzissen...

 ... und Hyazinthen lassen nicht mehr lange auf sich warten.

Letztere hatte ich vor einem Jahr vorgezogen für den Pflanzkorb neben unserer Haustür gekauft. Nun sprießen sie im ansonsten noch ziemlich kargen Staudenbeet. Doch komplett karg ist es dann doch nicht.


Der ein oder andere Frauenmanten treibt schon erste kleine Blätter. Mutig, mutig! Denn richtig knackiger Frost könnte ja noch einmal kommen, bevor es richtig Frühling wird.


Anonsten sieht es aber noch sehr winterlich bei uns aus. Die Rosen und Lavendelpflanzen habe ich Ende Dezember/ Anfang Januar alle schön mit Tannenreisig eingepackt, damit sie vom kalten Ostwind nicht austrocknen und durch die doch schon ziemlich kräftige Sonne nicht zu früh austreiben. Dazu habe ich einfach unseren alten Christbaum zerschnippelt und mir aus der Nachbarschaft noch zwei weitere Bäume besorgt.


Das Gemüsebeet sieht zugegebenermaßen gerade noch sehr trist aus, aber die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Nach eifrigem Studieren der Kombinationsmöglichkeiten verschiedener Gemüsesorten in der Mischkultur habe ich nun einen Pflanzplan erstellt.



Wie gut oder schlecht er funktioniert, wird sich zeigen. Es ist das erste Jahr, in dem wir den Versuch starten wollen, eigenes Gemüse im Garten anzubauen und hoffentlich dann auch zu ernten. Die Saat wartet bereits auf ihren Einsatz, Erdbeerpflanzen und Rhabarber bekommen wir von Steffens Eltern, einen 20-l-Sack Anzuchterde habe ich auch gekauft und Eierkartons als billige, aber praktische, weil kompostierbare Anzuchtschälchen, habe ich auch auf Lager. Einige Gemüsesorten wie Karotten und Radieschen werde ich direkt sähen, andere wie z.B. Zucchini und Kohlrabi werde ich drinnen auf der Fensterbank vorziehen und zur entsprechenden Zeit dann ins Beet pflanzen. Bald geht's los! Ich kann es kaum erwarten :-)

Donnerstag, 14. Februar 2013

Gut Ding will Weile haben, oder: Ein spätes Weihnachten 2012

Unglaublich, aber wahr: wir haben nach über einem Jahr im Haus endlich einen Handlauf an unserer Treppe. Lange hat die Sucherei nach einem geeigneten, qualtitativ hochwertigen, aber dennoch preisgünstigen Modell gedauert. Nun ziert es unser quietschgelbes Treppenauge. Nach dem Abklappern sämtlicher Baumärkte in der Umgebung und der Recherche im Internet fiel unsere Wahl schließlich auf die Firma Weber. Bei ihr bestellten wir die auf die entgültige Länge gekürzten Rohre und das ganze Zubehör drumherum. Die Finanzierung dazu gab's bereits zu Weihnachten geschenkt.

Anbringen wollten wir es selbst, um noch mal ein wenig Geld zu sparen. Steffens Papa unterstützte uns dabei mal wieder tatkräftig. Doch die Montage entpuppte sich als ziemlich schwierig. Da die Löcher in den Rohren zur Anbringung an die Wandhalter noch nicht gebohrt waren, wurde ein Kombi-Bohrer-Gewindeschneider mitgeliefert. Dieser starb gleich beim ersten Bohrloch, brach einfach entzwei und blieb zu allem Überfluss auch noch im Rohr stecken, sodass er mit einer Zange wieder herausoperiert werden musste. Auch die Versuche mit dem Metallbohrer schlugen anfangs fehl. Drei Stück fielen der Aktion zum Opfer. Erst der Kauf eines Edelstahlbohrers und eines weiteren Gewindeschneiders führte zum Erfolg.

Auch der zweite Gewindeschneider gab nach 7 Löchern seinen Geist auf, also mussten wir noch einen dritten besorgen, der den Rest erledigte.

Doch damit war das Geländer noch lange nicht montiert. Denn auch das Einschlagen der Endkappen in die Rohre wurde schwieriger als gedacht. Im Innern der Rohre war nämlich noch ein Grat vom Sägen zurückgeblieben. Da wir aber keine Metallfeile hatten, ging es noch einmal zum Baumarkt. Mit vereinten Kräften, einem Vorschlaghammer und "Holzdämpfern" rückten wir schließlich den Endkappen erfolgreich zu Leibe.

Gebrauchsspuren im Kaminholz
 Ganz fertig ist es aber immer noch nicht. Die senkrechte Stange in der Mitte müssen wir noch einmal nach oben versetzen. Irgendwie scheint da wohl beim Anzeichnen etwas schief gelaufen zu sein :-)
Ein kleiner Bau(schönheits)fehler am Haus hat sich übrigens erst jetzt durch die Handlaufmontage herausgestellt. Die obere Kante des Treppenauges ist nicht mit der Schräge der Treppen parallel, der Handlauf aber logischerweise schon. Nicht perfekt, aber in diesem Fall geht Praktikabilität vor Optik.

Unterer Handlauf

Wandbefestigung

Mittlerer und unterer Handlauf

Oberer Handlauf


Samstag, 19. Januar 2013

Jahrestage

Eine der ersten Dinge, die wir am Haus in der Bauphase fertigstellen konnten, war die Installation der Photovoltaikanlage.
Am 20.9.2011 war es soweit - der erste Strom kam vom Dach und konnte selbst verbraucht (oder eingespeist) werden.


Von den meisten Betreibern kleiner Anlagen hört man, dass entweder Probleme gleich im ersten Jahr auftreten - oder eben gar nicht (bzw. sehr viel später). Ich als technikbegeisterter Bauherr pilgerte also bei jedem Besuch der Baustelle in den Hauswirtschaftsraum, um schlicht den Wechselrichtern und Stromzählern bei ihrer Arbeit zuzuschauen.

Das mache ich heute noch gern.

Mittlerweile sind mehrere Jahrestage verstrichen: Sowohl das erste Betriebsjahr der Anlage als auch das erste vollständige Kalenderjahr. Fehler bisher: jeweils ein einziger Logeintrag in den Wechselrichtern, vermutlich aufgrund eines kurzen Stromausfalls. Sonst nix.

Dafür lieferten die Module vom Dach ordentlich Strom: Prognostiziert laut Hersteller war eine Jahresleistung von 6460 kWh pro Jahr. Das erste Betriebsjahr vom 20.9.11 bis zum 20.9.2012 brachte: fast 7000 kWh.


Rundum zufriedenstellend also. Zur Überwachung der Anlage sowie zur besseren Auswertung kam im Juli 2012 dann noch ein "Sun Watch" dazu - den ich natürlich auch im Internet zugänglich machte. Damit konnte ich die Ergebnisse sowohl selbst begutachten und eventuelle Leistungsabfälle frühzeitig mitbekommen als auch auf sonnenertrag.eu den Vergleich zu anderen Anlagen in der Umgebung herstellen. Die Verdrahtung ist dabei vergleichsweise simpel: 2 Drähte rein in den Wechselrichter, Kabel in den Sonnenwächter stöpseln und fertig ist die Laube.


Mittlerweile ist das erste Kalenderjahr auch rum. Die Statistik für das Kalenderjahr ist nicht ganz so überragend wie für das erste Betriebsjahr, aber nichtsdestotrotz: Mit knapp 6800kWh sind trotzdem deutlich mehr als die prognostizierten 6460kWh des Herstellers eingegangen.


Die Anlage selbst ist dabei mit einer Nennleistung von 7,6 kW eher klein dimensioniert und darauf ausgelegt, unseren Eigenbedarf zu decken. Klar, das ginge nur dann, wenn wir den Strom auch verbrauchen, wenn wir ihn erzeugen. Aber zumindest in Summe sollte es möglich sein.
Der Spitzenwert jedenfalls sollte nach Angabe des Herstellers bis zu 3% darüber liegen. Heißt: Maximal sollte die Anlage also 7828W erzeugen können.


Passt.

Einzig einen Pferdefuß hat die Sache: Als wir beschlossen, die Anlage als Gewerbe laufen zu lassen, um die Umsatzsteuer von 19% zu sparen, hat uns niemand verraten, welchen Rattenschwanz an fiskalischen Erklärungen man sich damit einhandelt. Von den (im ersten Jahr) monatlichen Umsatzsteuervoranmeldungen und -zahlungen über die Integration in die Einkommensteuerjahresabrechnung bis zur Aufrechnung eigenverbrauchter Anteile als geldwerter Vorteil (was ich im Übrigen eine Frechheit finde, aber dazu mal separat mehr) - der Aufwand ist enorm. Und bei aller Liebe zur Bürokratie in Deutschland: Das ist zu viel des Guten. Kein Wunder, dass Kleingewerbetreibende die Schnauze voll haben können vom Geschäft. Nicht, weil das Geschäft selbst nicht liefe, nein: sondern weil die Beamten mit ihren Eigenarbeitsbeschaffungsmaßnahmen einen in den Wahnsinn treiben können.

Sei es drum: Wenn mich jemand fragt, ob wir die Anlage so wieder bauen würden, sage ich: Ja. Warum? Weil mir die potentielle Eigenversorgung (Speicherlösung steht noch aus) und unser eigener kleiner Beitrag zur Energiewende weg von den Fossilen wichtiger ist als die Vermeidung von Ärger und Arbeit mit dem Beamtentum.
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